Allgemein

Während eine Hypoglykämie plötzlich auftreten kann, entwickelt sich eine Hyperglykämie in der Regel langsamer. Beide gehen jedoch mit einer Veränderung des Bewusstseins bis hin zum Koma einher.

Unspezifische Symptome

  • Verwirrtheit
  • Tachypnoe
  • Exikkose

zusätzlich

  • Polyurie
  • Polydipsie

Formen:

  • Ketoazidose
  • Hyperosmolares Koma

Ketoazidose

Metabolische Azidose (pH „Sauer“)

BZ-Wert: meist <700 mg/dl / 38,8mmol/l

Die Patienten haben hierbei zu viel Glucose im Blut. Aufgrund von zu wenig Insulin um die Glucose in die Zellen zu binden. 

  • relativer Insulinmangel
    (Wenig Insulin für Zuviel Glucose)
  • absolute Insulinmangel
    (Diabetes Melitus Typ 1) 

Aufgrund eines Glucosemangels in den Zellen, verhungern (Engeriebote) diese und es wird ein alternativer Stoffwechsel (Notfallstoffwechsel) aktiviert. Dieser setzt dabei Ketonstoff (Abfallprodukt/saure Vegelanz) frei und löst somit eine Metabolische Azidose aus.

Zusammenfassung: Körper hat Glucose im Überhang welcher nicht an die Zelle abgegeben werden kann. NOTF-Stoffwechsel wird aktiviert und hat als Nebenprodukt Ketonstoffe welche eine Azidose auslösen.

Symptome:

  • Kussmaul Atmung
    Tiefe, schnelle Atmung welche viel Tidalvolum bewegt. Durch die respiratorische Kompensation wird versucht die Metabolische Azidose abzuatmen.
    Der Geruch der Exspriation ist fruchtartig.

CAVE: Eine Differenzierung kann nur durch eine venöse Blutentnahme in der Klinik erfolgen!

Therapie:

  • Volumentherapie (prä. Klinisch)
  • Klinik: Insulingabe (nach BGA) via Perfusor 
    Ziel: Kentone im Blut/Urin sind nicht mehr nachweisbar. Hierbei sollte nicht zwingend ein Norm BZ-Wert erreicht werden. Sollte der BZ-Wert zu schnell herabgesetzt werden, so ist eine externe Glucosegabe erfolgen.

Hyperosmolares Koma 

BZ-Wert: >800mg/dl / 44,4 mmol/l

Der zu hohe Glucose Anteil im Blut wirkt wie ein Schwamm. Hierbei wird die Flüssigkeit aus den Zellen absorbiert und die Zellen sind hiermit stark ausgetrocknet.

Symptome:

  • Sehr stark erhöhter BZ-Wert (>800mg/dl / 44,4 mmol/l)
  • Normale Atmung
  • Schock mit Exikkose 

Therapie

  • Volumentherapie beginnen (prä. Klinisch)
  • Klinik: massive Volumentherapie (3-4 L)

CAVE: Keine Insulingabe: Bei einer schnellen Senkung des BZ-Wertes wird der sogenannte „Schwammeffekt“ aufgehoben und die Flüssigkeit wieder abgegeben. Da der BZ-Wert im Gehirn allerdings erst im späteren Verlauf absinkt, wird die Flüssigkeit im Gehirn gesammelt und es kann zum Hirnödem kommen.

Differenzierung

Diagnostik:

  • Urinprobe (Ketone + (Stick))
  • BGA (genauerer BZ-Wert, pH-Wert)

V.a Ketoazidose:

  • BZ-Wert hoch
  • Ketone Nachweisbar
  • Azidose (pH-Wert niedrig)

V.a Hyperosmolares Koma

  • BZ-Wert sehr sehr hoch
  • Ketone nicht Nachweisbar
  • Azidose wenig/keine (pH-Wert)

CAVE:

  • Azidose: Kalium „falsch“ erhöht (0,1 pH = ca. 0,4 mmol/L Kalium erhöht)
  • Hyperosmolares Koma: Natrium „falsch“ niedrig (100mg/dl Gluc = ca. 1,5 mmol/L Natrium niedriger)

Letalitätsrate:

Die Letalitätsrate ist beim Hyperosmolaren Koma dreimal so hoch wie bei der Kätoazidose. 

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